Geschwisterherz

Es ist wunderbar, das ich meine liebe Freundin Kathrin dazu begeistern konnte diesen Blog mitzugestalten. Ich freue mich riesig, diese tolle Frau und Ihre Familie vorstellen zu dürfen. Kathrin ist Journalistin und 32 Jahre alt. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt sie in einem kleinen, feinen Örtchen mitten im Schwabenland. Momentan bestimmen ihr Herzensmädchen und ihr Herzensbub ihren Alltag. Wann sie wieder in ihren Beruf als Journalistin zurückkehrt, steht noch etwas in den Sternen. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass sie uns mit ihren Blog Beiträgen zum Lachen, aber auch zum Nachdenken bringen wird. Mama sein ist so wunderbar, kann aber auch so anstrengend sein. Diese großartigen und schönen Momente ihres Familienlebens erzählt sie uns genauso wie die unschönen und chaotischen Themen. In ihren Blogs geht es um Kathrin als Mama und als Mensch, ihre drei Liebsten, ihre Heimat und das, was sie umtreibt.

Viel Spaß beim Lesen.

 

Acht Monate ist es nun her, seit unser Herzensbub auf die Welt gekommen ist. Unser Sohn.
Der Bruder für unser Herzensmädchen. Aus unserem Dreier-Gespann wurde unser Vierer-Team. Ich habe mir vor der Schwangerschaft mit unserem Sohnemann nie die Frage gestellt, ob wir uns denn zu dritt nun voll- oder unvollständig fühlen. Gefragt wurde ich das allerdings so oft. Ich kann nur schwer nachvollziehen, überhaupt in so einer Kategorie zu denken, als sei meine kleine Familie ein Puzzle, bei dem vielleicht noch ein Teil fehlt, um komplett zu sein, um sich vollständig zu fühlen. Und dann, zack, war der kleine Mann einfach da. Als kleine, so feine und so wunderbare Überraschung. Vom Zeitpunkt her, dieser war nämlich mit dem Altersabstand zum Herzensmädchen schon etwas sportlich. Aber manchmal nimmt einem das Leben eine Entscheidung ab und wir lieben, wie es nun ist und sind froh, dass uns diese Entscheidung über den richtigen Zeitpunkt für das zweite Kind so leicht gemacht wurde.

Ehrlich, vor dem Altersunterschied von nicht einmal zwei Jahren hatte ich großen Respekt, nicht immer unbegründet, wie mich bereits die Schwangerschaft spüren ließ und jetzt unser Alltag manchmal ganz unverblümt lehrt. Geschwister sind etwas ganz wunderbares. Und mit Geschwistern im ähnlichen Alter lässt sich toll spielen, liegen die Interessen nicht meilenweit auseinander und es gibt sicherlich noch unendlich andere Gründe, warum wir verdammt glücklich sind, zwei so bezaubernde Kinder zu haben. Aber wie schon erwähnt, muss ich ganz ehrlich sagen, dass so ein enger Altersabstand auch manchmal wirklich herausfordernd sein kann. Wenn man zum Beispiel stillend, auf dem Badezimmerteppich, dem sich sträubenden Tochterkind die Knetreste aus den Locken kämmt, bevor das Drama mit einem gehassten Friseurbesuch endet. Oder ist es vielleicht Zufall, dass die Tochter gerade dann meint auf dem Esstisch mit geschlossenen Augen balancieren zu müssen, während man die Windelexplosion auf dem Wickeltisch beseitigt? Situationskomik? Im Nachhinein muss ich darüber zum Glück sehr lachen.

Mein Herzensmädchen ist in dem Alter, in dem sie zwar „alles alleine machen“ mag, es ohne die Mama aber dann doch noch ganz schön schwierig werden kann. Meine kleine Große. Wahnsinn, wie sie mit ihrem Bruder gewachsen ist. Wie selbstverständlich vieles für sie wurde und ich nur staunend und stolz zusehen kann. Wie die kleine Dame kurz nach ihrem zweiten Geburtstag Pampi-frei war, von heute auf morgen. So ganz ohne mein Zutun. Hatte ich mir doch schon überlegt, wie wir die Sache dann mal ganz langsam angehen. Mit Baby huckepack. Pustekuchen, das hat das Tochterkind ganz alleine in die Hand genommen. Wie sie sich wie eine Große so ganz alleine anziehen kann. Das macht mich Mama wahnsinnig stolz.

Diese zügige Entwicklung schulde, nein besser, verdanke ich unter anderem schon auch meinem „ich komme gleich“, gepaart mit einem ungeduldigen Herzensmädchen. Gibt doch Schlimmeres. Aber oft haben mir diese drei Wörtchen ein wirklich schlechtes Gewissen bereitet. Wie oft musste das Herzensmädchen warten. Großartig beschwert hat sie sich dennoch so gut wie nie. Überhaupt erlebe ich bisher keine Eifersucht oder Rivalität zwischen großer Schwester und kleinem Bruder. Vielmehr ist da diese tiefe Liebe zwischen den Zweien. Zuzusehen, wie die beiden jeden Tag ein Stückchen näher zusammenrücken. Sie mit- und übereinander lachen. Sie teilen. Sie spielen. Sie zanken. Sie sich versöhnen.

Das Herzensmädchen weiß gnau, wie sie ihren Bruder anschauen muss, dass dieser sich kringelt vor Lachen. Wie sie morgens als erstes mit ihm in seinem Bettchen kuschelt. Ihn in ihre Erzählungen und Fantasien immer mit einbezieht, ihn nie vergisst. Eine Blume für Mama, eine für Papa und klar, auch eine für ihren Bruder. Und wie er sie sucht, wenn er von weitem nur ihre Stimme hört und sich dann so sehr freut, wenn sie auf ihn zustürmt. Dieses innige Vertrauen zueinander, von Anfang an. Es ist wunderschön, die beiden bei ihrem Miteinander zu beobachten. Je mobiler der Herzensbub wird, desto mehr Freude haben die beiden zusammen.
Diese Momente berühren mich tief.

Ich finde es einfach ganz großartig, dass die zwei sich haben. Ich würde es nie anders haben wollen. Natürlich wird diese Harmonie zwischen den beiden nicht immer so bleiben. Und bin mir ganz sicher, dass sie sich noch richtig fetzen, konkurrieren und messen werden. Ganz normal, gehört dazu. Manchmal vielleicht heftiger, vielleicht aber auch weniger stark. Ich bin jetzt schon unheimlich gespannt, freue mich auf den vielen Quatsch, den die beiden miteinander aushecken, auf den Spaß, den sie miteinander haben und die unzähligen Erlebnisse, die sie miteinander teilen werden. Schon gesagt, Geschwister sind etwas ganz wunderbares und es macht mich glücklich, meine Zwei so aufwachsen zu sehen.

Eure Kathrin

Schreibe einen Kommentar